Bericht über die Vortragsreise von Uwe Legahn nach Sao Paulo


Als einer von zwei Ausländern wurde Uwe Legahn von den Veranstaltern des 8. Baby- und Kinderschwimmkongresses in Sao Paulo /Brasilien zu einem dreistündigen Vortrag am 10. April 2016 vor 700 Zuhörern eingeladen – für Legahn nach 2001 in Buenos Aires die zweite Vortragsreise nach Südamerika.
Neben der überaus großen Herzlichkeit und dem riesigen Interesse an den Inhalten und Zielen der von Legahn kreierten Aquapädagogik werden vor allem mehrere Besuche von Schwimmschulen, der offene, partnerschaftliche Umgang zwischen Spitzensportlern und ihren Trainern sowie den Lehrern der Schwimmschulen in Erinnerung bleiben.
Aber auch der Umgang mit den überall offensichtlichen gesellschaftlichen Gegensätzen in der 20-Millionen-Metropole und die ständige Besorgnis der Gastgeber im Hinblick auf die Sicherheit ihres europäischen Gastes angesichts zahlreicher eigener Erfahrungen mit gewalttätiger Kriminalität machen die Reise zu einem besonderen Erlebnis. Letztlich wurde Legahn in zahlreichen Gesprächen und Schwimmschulbesuchen ein Vorteil unseres deutschen (Sport-) Bildungssystems sehr deutlich:
Hier haben wir die Freiheit, in unserem täglichen Unterricht auf scheinbar geeignetes Personal unter den Eltern aufmerksam zu werden, also wassersichere Pädagogiktalente im praktischen Umgang mit den Kindern und anderen Eltern zu erkennen. Die berufliche Torerfahrung spielt dabei kaum eine Rolle. In unseren Seminaren, vielen Hospitationen und Assistenzstunden wird dann das erforderliche Fachwissen vermittelt.
Der Erfolg: Unsere Jüngsten und ihre Eltern werden von einfühlsamen, geduldigen, auch in der Elternrolle erfahrenen Vorbildern betreut, die eine umfassende Kompetenz der kindlichen Entwicklung verkörpern – deren Wissen weit über das Schwimmen hinausgeht. Anders in Südamerika, wo man offenbar immer, wenn man sich irgendwie mit fremden Kindern beschäftigen möchte, zuvor ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorzuweisen hat. Die einheimischen Gesprächspartner bemängeln daher vielfach eine „Überakademiesierung“, zu große „Vergeistigung“ und Gläubigkeit an eng gefasste Methoden und Pläne, wo sie viel mehr individuellen Umgang, also den „Draht“ zu jedem einzelnen Kind und den passende Griff in die „Werkzeugkiste“ der unterschiedlichen
Methoden, gepaart mit Weitsichtigkeit und Erfahrung erwarten würden.
Der Erfolg: Legahn brachte mehrere mündliche Einladungen zu einer größeren Südamerika-Rundreise im nächsten Jahr nach Hause.