Archiv der Kategorie: Akademie

China in 18 Tagen

Ja, tatsächlich schon die dritte China-Ausbildungsreise innerhalb von nur dreizehn Monaten, also ziemlich verrückt. Nun sieben Städte im Osten und Nordosten des Riesenreiches, nämlich Shanghai, Suzhou, Ruian , Zhengzhou, Shenyang, Tianjin und Peking. Mit Ausnahme von Ruian, was nach chinesischen Maßstäben als ein „kleiner Vorort“ von Wenzhou mit nur knapp drei Millionen Einwohnern gilt, sind die übrigen Städte alles unvorstellbar große Megazentren mit Einwohnerzahlen zwischen acht bis knapp 30 Millionen Einwohnern – da werden europäische Metropolen schnell zu Dorfgemeinschaften.

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In China tut sich was – und die Aquapädagogik ist dabei.

Die erste und bislang einzige chinesische Schwimmschulorganisation beauftragte Anfang 2013 professionelle Scoutingagenturen mit der Suche nach dem weltweit besten Schwimmlehrkonzept. Die Recherchen in Nordamerika, Australien und Europa wurden im September gestoppt, nach dem man auf die Aquapädagogik unserer Schwimmschule stieß.

So folgte ich im vergangenen Oktober einer sehr kurzfristigen Einladung nach Peking und verlängerte meine dreiwöchige Beratungs- und Vortragsreise durch Südaustralien und New Zealand um weitere sechs Seminartage, die in vielfacher Hinsicht sehr beeindruckend waren.

Vor allem die ausdauernde Wissbegierde und Konzentration der 16 jungen Teilnehmer, die kindgerechten Ausstattungen der privaten Schwimmschulbäder, das rasante Tempo der Expansion dieser Unternehmen, aber auch die beispielhafte Gastfreundschaft der Organisatoren erstaunten mich immer wieder. Mir wurden sogar zwei Kindheitsträume erfüllt:

Ich habe die verboten Stadt in Peking besichtigt und konnte rund fünf Kilometer auf der großen chinesischen Mauer wandern.

Zwecks Ausbildung des Fachpersonals wurde nebenher eine langfristige Kooperation vereinbart und die Chinesen traten sofort unserem Bundesverband für Aquapädagogik bei.

Vom 8. bis 12. März besuchten nun die beiden Cheforganisatorinnen als interessierte Zuschauerinnen viele Gruppen bei uns in Beckedorf. Zusätzlich wurde die bislang nur mündlich vereinbarte Kooperation schriftlich besiegelt. Im Vordergrund stand jedoch die inhaltliche und terminliche Planung der diesjährigen Seminare in China. Im April/Mai sowie im Oktober werden Sue und Uwe Legahn für jeweils zwei Wochen die nächsten Schwimm- und Aquafitness- Ausbildungen in mehreren chinesischen Millionenstädten durchführen und nebenher eine Reihe Promotiontermine zu bestreiten haben. Dazu haben die chinesischen Freunde sogar die kurzfristige Übersetzung unserer Bücher und Filme zugesagt.

Uwe Legahn

Brasilien zu Gast in unserer Schwimmschule

Madormo SSD Madormo SSD 2Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser Woche Sandra und Rafaele Madormo von der Schwimmschule „Academia Via Esporte“ aus Sao Paulo begrüßen durften.

Wir haben Sandra und Rafaele 2010 bei der Welt-Babyschwimm-Konferenz in Brighton kennengelernt und stehen seitdem in Kontakt miteinander.  Die beiden haben Ihren Besuch bei der „World Conference on Drowning Prevention“ in Potsdam mit dem Besuch unserer Schwimmschule verbunden um sich ein Bild von unserer Arbeit hier in Deutschland zu machen.

Nach einer kleinen Hospitation beim Babyschwimmen in der Schwimmschule im Alstertal, haben wir nach einem Zwischenstopp im Hamburger Hafen unsere neue Schwimmhalle in Beckedorf besucht. Dort kamen wir gerade rechtzeitig zu unseren Anfängerkursen mit den 3-5 jährigen Kindern und Sandra und Rafaele konnten so einen Kernbereich unserer Arbeit im Wasser live erleben.

Leider ging der Tag viel zu schnell zu Ende. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen bei einer der nächsten internationalen Baby- und Kinderschwimm-Konferenzen. Fazit: Es lohnt sich, immer wieder über seinen nationalen Tellerrand zu schauen!

Aquapäd 2013

Aquapaed2013

Im November fand wieder die alljährliche Fachtagung privater Schwimmschulen statt. Auch diesmal waren wir wieder mit einem kleinen Team vor Ort um neues zu lernen und viele neue Anregungen mit in die Kurse zu bringen.

Die Tagung richtete sich an Kursleiter und Schwimmschulbetreiber, an interessierte Eltern und Schwimmtrainer… Vielleicht ist ja auch unter Ihnen Interesse vorhanden, die Planung für 2014 läuft schon 🙂

Aquapäd 2013

 

Ans andere Ende der Welt

Ein kleiner Vorgeschmack auf die bevorstehende Weltreise in Sachen Aquapädagogik. Von Uwe Legahn.

Früher war unser Großvater das Vorbild seiner großen Enkelschar, weil er auf der Welt herumgekommen war und darüber stets spannende Geschichten erzählen konnte. Allein 14 Monate dauerte 1921/22 seine Reise nach Indochina (heute Vietnam), wo er als deutscher Taucher von der französischen Kolonialverwaltung beauftragt war, die wertvolle Fracht eines gesunkenen Postschiffes zu bergen.

In Opas guter Stube stand ein Globus, der erste, den wir kannten und mit dessen Hilfe jede Story seinen realen Platz bekam. Er zeigte uns auch, wo Hamburg auf dem Globus zu finden ist und machte uns klar, dass ein in Hamburg gebohrtes Loch durch die gesamte Erde hindurch auf der Südinsel Neuseelands enden würde.

Seine Geschichte von der Bohrung begann so: „Also Jungs un Deerns, wenn wir hier oben auf dem Globus stehen und zwischen unseren Füßen bohren …“

Das war sehr faszinierend. Was mich aber ins Grübeln brachte, war die Sache mit oben und unten. Wenn wir oben richtig stehen, was machen dann die da unten? Immer den Kopf nach unten hängen lassen? Und fallen die nicht ganz hinunter?

Irgendwie ahnte ich damals, dass es eine einfache Antwort geben würde – und deshalb traute ich mich lange nicht, nachzufragen. Wer blamiert sich schon freiwillig.

Nun werde ich mich in wenigen Tagen davon überzeugen können, dass man in Neuseeland nicht einfach herunter fällt. Dank google street view habe ich bereits gesehen, dass sich dort alle ganz normal bewegen – oder wurde da etwa im Internet geschummelt?

Ganz sicher veranstalten die maßgeblichen Verbände Australiens und Neuseelands Anfang Oktober in Queenstown, dem Herzen der neuseeländischen Südinsel gemeinsam den diesjährigen weltgrößten Kongress über Anfangsschwimmen und Kindersicherheit. Ich bewerte es als große Auszeichnung unserer Arbeit, dort als einer von nur zwei eingeladenen Europäern einen einstündigen Vortrag über unsere Aquapädagogik halten zu können.

Doch macht es Sinn, für einen dreitägigen Kongress bis ans andere Ende der Welt zu reisen? Nein, es wurde vorweg noch eine achttägige Minirundreise durch Südostaustralien und anschließend noch mal eine zehn Tagetour durch Neuseeland – natürlich mit dem Besuch diverser Schwimmschulen – organisiert. Und danach nicht etwa direkt zurück nach Hamburg, sondern weitere sechs Tage in Peking, um dort zukünftige Aquapädagogen für die erste private Schwimmschule Chinas auszubilden. Es stehen also spannende Zeiten an.

Da vergisst man beinahe, dass vor dem Riesentrip noch eine Woche Vortragsreise nach Landau, Luzern, Insbruck, Radstadt und München im Kalender steht und es im November noch nach Linz, Bad Wildungen und nochmals nach München geht, um dort sogar einen Festvortrag im Alten Rathaus zu halten.

Uwe Legahn